heilpflanzenwissen


Giersch, Geißfuss / Knoblauchrauke

Es werden zwei Pflanzenarten erwähnt, die beide aufgrund ihrer Hartnäckigkeit bei Gärtnern sehr unbeliebt sind. Beide können jedoch sehr wohl als essbare Wildkräuter mit hohem Gesundheitswert gesehen werden.

Giersch / Geißfuss (Aegopodium podagraria)

Familie der Doldenblütler

Vorkommen: Staudensäume an Gehölzen im Halbschatten.

Der Name Geißfuß kommt von der volksheilkundlichen Anwendung bei Gicht. Aufgrund der Verformung und Deformation der Füße, durch die Gichterkrankung war der frühere Name für Gicht "Geißfuß".

Giersch wirkt entsäuernd und entwässernd, dies bewirkt ein vermehrtes Ausscheiben von Harnsäure. Die Blätter und jungen Schößlinge werden dabei als Tee, Wildgemüse oder Bad verwendet. Der wissenschaftliche Beweis steht noch aus, was sicher an fehlenden Vermarktungsmöglichkeiten liegt.

Knoblauchsrauke (Alliaria petiolata)

Familie der Kreuzblütler

Die Knoblauchsrauke gehört zu den Kreuzblütlern, riecht aber intensiv nach Knoblauch, daher der Name. Sie wächst an ähnlichen Stellen wie der Giersch, also an Krautgesellschaften am Gebüschrand oder im Halbschatten.

Knoblauch und Knoblauchsrauke stammen von verschiedenen Pflanzenfamilien. Der Knoblauch ist einkeimblättrig und Mitglied der Zwiebelgewäsche, während die Knoblauchrauke als Kreuzblütler zweikeimblättrig ist. Daher hat der Knoblauch eine höhere Verwandtschaft zu Gräsern oder Orchideen als zur Knoblauchrauke.

Die Blätter und die jungen Triebe kann man ähnlich wie den Bärlauch von April bis Juni als Würze, zu Salaten, zu Pesto, Kräuterquark oder Kräuterkäse verwenden.

Durch die knoblauchähnlichen Stoffe, die dank Kochen zerstört werden, kann der Knoblauchsrauke als Wildgemüse ein gesundheitlicher Wert zugesprochen werden.




Similia similibus curentur – Ähnliches durch Ähnliches heilen (Samuel Hahnemann)

Klassische Homöopathie

Das Jahr 1790: Der Arzt, Apotheker und Chemiker Samuel Hahnemann (1755-1843) arbeitet an einer Übersetzung der Materia medica,( von lat. materia = Stoff, Thema und medicus = heilsam, heilend). Das Werk des englischen Medizinprofessors William Cullen befasst sich mit der Wirkung der Chinarinde bei einer Malaria-Erkrankung. Die Erläuterungen Cullens sind ihm zu spekulativ, sein eigenes Wissen über diese Rinde zu gering. Er unternimmt einen Selbstversuch und stellt fest, dass sich wenige Stunden nach der Einnahme von Chinarinde die Symptome von Malaria einstellen. Er wiederholt das Experiment mehrmals mit dem gleichen Resultat und stellt damit die Weichen für die Lehre der klassischen Homöopathie. In den folgenden Jahrzehnten prüft und dokumentiert Hahnemann rund 100 verschiedene Arzneimittel.


Das Organon

1810 erscheint das „Organon“ (griechisch: das Werk), in dem Hahnemann die Gesetze und Prinzipien eines neuen und bis dato revolutionären Systems beschreibt. Er nennt es „Homöopathie“, abgeleitet von den griechischen Wörtern homoios und pathos (ähnlich und Leiden) und bezeichnet damit die Behandlung mit Mitteln, die bei Gesunden ähnliche Wirkungen hervorrufen, wie sie bei Kranken vorhanden sind (Ähnlichkeitsprinzip).


Ganzheitlichkeit

Die Erkenntnisse Hahnemanns haben weit reichende Konsequenzen: eine Trennung in körperliche oder seelische Erkrankungen ist undenkbar. Eine Heilung kann nur durch eine ganzheitliche Betrachtung des Menschen erfolgen. So therapiert die Homöopathie nicht „Krankheiten“ sondern „kranke Menschen“, deren Krankheitssymptome nach Hahnemann in einem eigenen tiefen inneren und individuellen Zusammenhang stehen.


Wirkung

Homöopathische Mittel wirken, indem sie die Selbstheilungskräfte des Körpers aktivieren und stärken. Voraussetzung sind eine gleichzeitig gesunde Ernährung und eine ausgewogene Lebensführung. Die Homöopathie heilt nicht nur die rein körperlichen Symptome von Krankheiten, sondern betont gleichermaßen die Vorsorge und den individuellen Beitrag, den jeder Mensch zu seiner Heilung leisten kann.

Seit über 200 Jahren beschäftigen sich Ärzte, Heilpraktiker und Patientenvereinigungen mit der Homöopathie und verbreiten Hahnemanns Lehre. Die Klassische Homöopathie ist mittlerweile als alternative Therapieform in der Gesundheitspolitik anerkannt.

vgl. Homöopathischer Ratgeber: 200 Homöopathie: eine Würdigung Hahnemanns. - Lage & Roy. - Murnau: 1990
evgl. Vithoulkas, Georgos: Medizin der Zukunft. -Kassel: 1999